Was wäre, wenn unsere Berner einfach älter werden dürften?
Was wäre, wenn zwölf Jahre nicht als Geschenk, sondern als Normalität gelten würden?
Was wäre, wenn wir unsere Berner alt werden sehen dürften, grau, langsamer, aber glücklich?
Was wäre, wenn Abschiede nicht viel zu früh kämen?

Was wäre, wenn das Wort Krebs nicht ständig mitschwingen würde?
Was wäre, wenn diese Frage ihre Schwere verlieren würde?
Was wäre, wenn wir nicht mehr hoffen müssten, sondern vertrauen könnten?

Was wäre, wenn Gesundheit wichtiger wäre als perfekte Zeichnung?
Was wäre, wenn Zucht wieder das Ziel hätte, Familienhunde fürs Leben zu schaffen?

Was wäre, wenn wir Zucht neu denken würden, nicht gegen die Vergangenheit, sondern für die Zukunft?
Was wäre, wenn wir heute mutige Entscheidungen treffen, damit morgen noch Auswahl bleibt?
Was wäre, wenn Entscheidungen nicht aus Angst, sondern aus Wissen getroffen würden?

Was wäre, wenn wir weniger Angst vor Fehlern hätten und mehr Respekt vor Vielfalt?
Was wäre, wenn Individualität kein Makel, sondern ein Wert wäre?
Was wäre, wenn Hunde nicht mehr normiert, sondern verstanden würden?
Was wäre, wenn wir uns trauten, vom Idealbild abzuweichen, zugunsten des Hundes?

Was wäre, wenn Einheitlichkeit nicht mehr unser oberstes Zuchtziel wäre?
Was wäre, wenn wir aufhören würden, Gleichheit mit Qualität zu verwechseln?
Was wäre, wenn wir uns eingestehen würden, dass starre Standards Grenzen setzen?
Was wäre, wenn wir Zucht nicht weiter verengen, sondern wieder öffnen würden?
Was wäre, wenn weniger Ausschluss mehr Zukunft bedeuten würde?
Was wäre, wenn wir weniger selektieren und mehr kombinieren würden?

Was wäre, wenn wir uns erinnern würden, wofür dieser Hund einst gezüchtet wurde?
Was wäre, wenn Funktion, Wesen und Gesundheit wieder gleichwertig wären?
Was wäre, wenn 150 Jahre Fokus auf Schönheit nicht mehr das Maß für die nächsten 150 Jahre wären?
Was wäre, wenn Vielfalt nicht das Risiko wäre, sondern die Lösung?
Was wäre, wenn wir Inzucht ernster nähmen als Abweichungen von Idealwerten?
Was wäre, wenn wir den Hund wieder in den Mittelpunkt stellen würden, nicht das System?

Vielleicht müssten wir dann nicht mehr so viele Fragen stellen.
Vielleicht hätten wir dann einfach das, was wir uns alle wünschen:
gesunde Berner Sennenhunde.

Mit diesen Gedanken wünschen wir frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und ein neues Jahr voller Hoffnung, Verantwortung und Vertrauen.

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